ThULB Provenance
Im August 2022 startete an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena das Provenienzforschungsprojekt “Verdachtsfälle von NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut an der Universitätsbibliothek Jena (1933-1945)” als Erstcheck. Gefördert wurde das 24-monatige Projekt vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste (DZK). Ziel hierbei war es, die Zugänge der Universitätsbibliothek Jena (UB) der Jahre 1933 bis 1945 auf unrechtmäßige Erwerbungen zu untersuchen, wozu ein Untersuchungsumfang von 30.000 Bänden statistisch errechnet wurde.
Nach Vollendung der zwei Jahre und der Notwendigkeit weiterer Untersuchungen schloss sich im August 2024 eine ebenfalls vom DZK geförderte, 12-monatige Bestandsprüfung an. Tiefergehende Forschungen sollten u.a. weitere Erkenntnisse zu den aufgefundenen Freimaurerlogenbeständen und aufgelösten Professoren-Bibliotheken liefern. Insgesamt wurden hier weitere 10.000 Bände einer Überprüfung unterzogen.
Provenienzbestand der ThULB
Abschließende Erbenermittlung
Im Laufe des Projektes konnten 28 bestätigte Fälle von NS-verfolgungsbedingten Kulturgutentziehungen ermittelt werden. Darunter finden sich Bestände aus 12 aufgelöste Gewerkschaftsbibliotheken, fünf Freimaurerlogen, sechs Privatpersonen und Vereine bzw. Verbände.
Insgesamt betrifft dies rund 1.400 Bände.
Für diese zweifelsfrei bestätigten Fälle wird im nächsten Schritt eine Erbenermittlung mit anschließender Restitution angestrebt. Ein Antrag auf Förderung wurde auch hierzu beim Deutschen Zentrum Kulturgutverluste gestellt.
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Kontaktieren Sie uns:
Dr. Friederike Schwalbe
provenance_thulb(at)uni-jena.de
Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena
Bibliotheksplatz 2
07743 Jena
Bildmaterial:
Foto, Marianne Schiller (ThULB Jena)